Gute Beispiele
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CheerMANIA Auerbach – Red Maniacs

Der CVV CheerMANIA Auerbach e.V. wurde 2003 im sächsischen Vogtland gegründet und unterteilt sich in den Breiten- und den Wettkampfsportbereich. Durch die weitere Unterteilung in die Bereiche Dance (Tanzen) und Cheerbereich (Cheerleading im Sinne von Pyramidenbauen und Turnen) findet jede*r ein für sich passendes Training. Als Verein bedienen sie Meisterschaften und Auftritte gleichermaßen, sodass alle Sportler*innen ihr Erlerntes einem breiten Publikum präsentieren können. Derzeit umfasst der Verein beinahe 300 Mitglieder. Die Vereinsarbeit im Bereich Inklusion hat sich über mehrere Jahre hinweg entwickelt und erstreckt sich mittlerweile auf alle Altersbereiche, die im CVV CheerMANIA Auerbach e.V. angeboten werden (Kinder, Jugendliche und Erwachsene). Derzeitiges Highlight ist das lnklusionsteam, die „Red Maniacs“.

Startpunkt für das lnklusionsprojekt bildete 2010 eine Kooperation mit der Montessori-Grundschule in Limbach. Im Zuge einer Schul-AG (Ganztagsangebot im schulischen Rahmen) konnte der CVV Cheermania erstmals zwei Sportlerinnen mit Beeinträchtigung im Verein begrüßen. Als diese Schülerinnen dann ihre Grundschulzeit beendet hatten, vermissten sie den Sport sehr und kamen deshalb wöchentlich nach Auerbach ins reguläre Vereinstraining – dies war der Beginn des vereinsinternen Inklusionsteams.

Meilenstein

Als großen Meilenstein würde der Verein selbst die erste Präsentation eines lnklusionsteams auf einer Cheerleadingmeisterschaft bezeichnen, der Regionalmeisterschaft in Riesa 2017. Es war deutschlandweit die erste Präsentation dieser Art und sie waren das erste Cheerleadingteam in welchem Sportler*innen mit und ohne Beeinträchtigung gemeinsam ihrem Lieblingssport nachgehen konnten. 

Darüber hinaus ist der Verein sehr stolz auf die offizielle Aufnahme einer lnklusionskategorie (seit 2020) in das Regelwerk ihres Dachverbandes, dem Cheerleading- und Cheerdanceverband Deutschland (CCVD). Der Verein hat kontinuierlich gezeigt, dass inklusiver Sport im Cheerleading unglaublich gut umsetzbar ist und durch ihre Mitarbeit im Resort für Inklusion auf Bundesebene wurde diese Kategorieneinführung erst möglich. Durch diese Neuerung war es dem CVV CheerMANIA auch möglich, sich erstmals auf Meisterschaften mit anderen lnklusionsteams zu treffen, auszutauschen und ihre Begeisterung für das Thema Inklusion zu teilen. „So werden auch immer mehr deutsche Vereine erreicht“, freut sich Michelle Wirth, Trainerin der Red Maniacs

Kreative Lösungen

Weiter erzählt sie: „Wir entwickeln uns von Woche zu Woche als Team weiter und arbeiten daran, die bestmöglichen Leistungen im sportlichen und sozialen Bereich zu erreichen. Für verschiedene Einschränkungen suchen wir nach kreativen Lösungen, um unseren Sportler*innen den für uns schönsten Sport der Welt ein Stückchen näher zu bringen. Cheerleading ist hierbei der perfekte Sport für gelebte Inklusion. Durch das Zusammenspiel von Tanz, Akrobatik und jeder Menge Teamwork finden wir für alle Teilnehmer*innen stets die richtige Position. Bei uns kann jede*r seine individuellen Stärken nutzen, um dem Team weiterzuhelfen und sich selbst stetig weiterzuentwickeln. Bestes Beispiel sind hierfür in unserer Sportart natürlich die Stunts, die „menschlichen Pyramiden“. Nur wenn alle an einem Strang ziehen, können diese Elemente gelingen.“

Die Devise des CVV CheerMANIA lautet: Nur wer etwas wagt, kann auch etwas gewinnen. Durch die gelebte Inklusion in ihrem Jugendteam „Red Maniacs“ haben sie als Verein ihrer Meinung nach nur gewonnen – neue Ansichten, neues Wissen, sportlichen Weitblick, neue Freunde und ein ganz anderes Verständnis ihrer gemeinsamen Leidenschaft. Michelle Wirth beschreibt es so: „Cheerleading verbindet durch mehr als atemberaubende Pyramiden, glitzernde Uniformen oder das unglaubliche Gefühl, sein Meisterschaftsprogramm in einer ausverkauften Veranstaltungshalle zu präsentieren – im Vordergrund steht für uns ganz klar das Teamwork. Nur gemeinsam können wir unsere gesteckten Ziele erreichen, egal ob auf sportlicher oder sozialer Ebene. Wichtig ist auch einfach loszulegen. Inklusion ist ein sich immer weiterentwickelnder Prozess, der niemals völlig abgeschlossen sein kann. Hätten wir von Beginn an nur Angst vor Fehlern gehabt, wären wir mit Sicherheit in den letzten zehn Jahren nicht so weit gekommen.“ 

Liebe Grüße von den Red Maniacs!  (von Michelle Wirth/CVV CheerMANIA)

Aufgrund der Corona-bedingten Schließung unserer Turnhalle trainiert unser Inklusionsteam bereits seit Anfang November wieder online. Dabei ist uns als Trainerteam sehr wichtig, dass sich unsere Sportler*innen nicht nur körperlich fit halten, sondern dass wir uns auch als Team nicht aus den Augen verlieren. Deshalb spielen wir in unseren wöchentlichen Online-Meetings beispielsweise viele Spiele, die unseren Teamzusammenhalt stärken sollen und uns dabei helfen, uns noch besser kennenzulernen. Um sich auch zu Hause sportlich zu betätigen, probieren wir gemeinsam verschiedene Fitnessübungen und Sportarten aus (wie zum Beispiel Yoga) aus, um auch einmal „über den Tellerrand“ unserer Sportart Cheerleading hinauszuschauen. Die Sportler*innen bringen sich dabei selbst aktiv in die Trainingsgestaltung ein, indem zum Beispiel jedes Teammitglied eine Übung vorbereitet und diese dann den anderen erklärt. Die zahlreiche Teilnahme unserer Sportler*innen und ihr Ehrgeiz macht uns als Trainerteam sehr stolz und indem wir die Übungen selbst mitmachen, wollen wir unseren Aktiven zeigen, dass auch zu Hause ein effektives Training möglich ist und wir die Zeit der Hallenschließung gemeinsam meistern werden. 

Zusammenfassend können wir also sagen, dass das Online-Training für uns mehr als nur das gemeinsame Sporttreiben ist – durch die wöchentlichen Meetings bleiben wir in Kontakt und können so wertvolle Zeit mit unseren Freunden verbringen.

Foto: Michelle Wirth/CVV CheerMANIA

Teil 1 unserer Serie: Inklusive Vereinsarbeit – Tue Gutes und sprich darüber!

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