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Inklusionsprojekt „miss“ verlängert – Inklusionscoaches im Einsatz

Das vom Sächsischen Behinderten- und Rehabilitationssportverband (SBV) initiierte und koordinierte Sportinklusionsprojekt „miss – Mehr Inklusion im Sport in Sachsen“ wurde zu Beginn des Jahres 2022 fortgesetzt und kann nun ausgebaut werden.

Ziel ist weiterhin, Menschen mit Behinderung zu Sport und Bewegung einzuladen, sie bei der Suche nach Sportangeboten zu unterstützen, Aufklärungsarbeit zu leisten, Vorurteile abzubauen sowie bauliche und kommunikative Barrieren zu reduzieren.

Dank der Aktion Mensch und ihres Förderprogramms „Erfolgreich weiter“ konnte der SBV das mittlerweile dreijährige Inklusionsprojekt um weitere 24 Monate verlängern. In den bevorstehenden zwei Jahren sollen die Voraussetzungen dafür geschaffen werden, dass ein unkomplizierter Zugang zu sportlichen Angeboten für alle, nachhaltig und über den Projektzeitraum hinaus gewährleistet werden.

Inklusionscoaches im Einsatz

Große Bedeutung hat die Arbeit bei bzw. mit der Basis, also den Vereinen und Verbänden. Nur sie sind in der Lage, mehr Sportangebote zu schaffen, die Menschen mit Behinderung gleichberechtigt nutzen können. Damit dies in der Fläche, also auch jenseits der Ballungszentren, gelingt, sind die sogenannten Inklusionscoaches ein wesentlicher Bestandteil in der Arbeit der kommenden Monate.

Zunächst wird ab April 2022 mit drei Inklusionscoaches gestartet. Um möglichst effektiv in allen Regionen des Freistaats Sachsen agieren zu können, sind sie vorerst beim Stadtsportbund Chemnitz, beim Stadtsportbund Leipzig sowie beim Oberlausitzer Kreissportbund im Einsatz.

Freizeitangebote ohne Leistungs- und Wettkampfgedanken können im Verein für Menschen mit und ohne Behinderung interessant sein. Hier kann der Inklusionscoach unterstützen, wenn es verstärkt um die „Akquise“ der Vereine geht, die erstes Interesse zeigen, sich dem Thema „Inklusion im Sportverein“ anzunehmen. Dabei sind regionale Vernetzungstreffen für Vereine und wichtige Akteure im Bereich Sport und Inklusion ein wichtiger Bestandteil in der Arbeit der Inklusionscoaches.

Vereine benötigen für ihre Arbeit im inklusiven Bereich vor allem Orientierungshilfen und Qualifizierungsmaßnahmen – für ein einheitliches Verständnis von Inklusion, von der Vorstandsebene bis hin zu den Mitgliedern. In diesem Zusammenhang werden die Fortbildungsformate ausgebaut und kostenlose Einführungsveranstaltungen angeboten.

Des Weiteren können inklusive Sportfeste mit Unterstützung der Inklusionscoaches sowohl organisiert als auch an den richtigen Stellen kommuniziert werden, um Menschen mit und ohne Behinderung zusammen zu bringen.

Essentiell ist dabei auch die Vernetzung mit den Einrichtungen der Behindertenhilfe sowie zwischen Sportler*innen mit Behinderung und den Vereinen selbst. Hierbei können auch Kooperationen zwischen (Förder)-Schulen und Vereinen ihren Beitrag leisten. Auch Werkstätten und Selbsthilfegruppen für Menschen mit Behinderung, bestenfalls in der Nähe eines Vereins, haben Potential für Kooperationen mit Sportvereinen.

Projektwebsite www.sportinklusiv-sachsen.de

Das Schaffen neuer inklusiver Sportangebote und das Organisieren inklusiver Veranstaltungen ist das eine. Wichtig ist, dass Menschen mit Behinderung davon erfahren, wo sie auf ein Sportangebot treffen, in dem sie willkommen sind. Auf der Projektwebsite unter www.sportinklusiv-sachsen.de finden Interessierte eine Landkarte mit inklusiven und behindertenspezifischen Sportangeboten sowie Veranstaltungen. Gefiltert werden kann nach Art der Behinderung, Präferenzen in der Sportart, Wohnort und Altersgruppen. Inklusion bedeutet keineswegs, dass man alles für alle verfügbar machen kann oder muss. Aber es ist wichtig, die Zielgruppen zueinander zu bringen und so einen Beitrag zur gleichberechtigen Teilhabe von Menschen mit Behinderung im Sport zu leisten.

Weiterführende Informationen gibt es HIER.

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