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Inklusionspreis Sport 2020 für sächsische Vereine: Die Preisträger stehen fest

Zum ersten Mal vergibt der Sächsische Behinderten- und Rehabilitationssportverband (SBV) in diesem Jahr den „Inklusionspreis Sport 2020 für sächsische Vereine“. Nach einer mehrwöchigen Bewerbungsphase und dem anschließenden Votum der Fachjury stehen nun die Sieger in den drei Kategorien, die sich nach der Vereinsgröße richteten, fest.

In der Kategorie Vereine mit bis zu 300 Mitgliedern konnte sich der CVV CheerMANIA Auerbach durchsetzen. Der 2003 gegründete vogtländische Verein ist im Tanz- und Cheerleadingbereich aktiv und in diesem Sportsegment ein Vorreiter bei der Inklusion. So war das Inklusionsteam „Red Maniacs“ mit Aktiven mit und ohne Behinderung deutschlandweit das erste, das bei einem Wettkampf antrat. Startpunkt für dieses Projekt war die Kooperation mit einer Schule im vogtländischen Limbach. Mehrere Schülerinnen mit Beeinträchtigungen schlossen sich der Schul-AG an und blieben dem Verein auch nach ihrer Schulzeit treu.

In der Kategorie der Vereine mit 301 bis 700 Mitgliedern fiel die Wahl auf den SV Koweg Görlitz. Bei diesem 1970 gegründeten Mehrspartenverein gibt es seit 2017 eine inklusive Tanzgruppe. Diese entstand aus einem Projekt mit der Hochschule Zittau/Görlitz. Bei ihren regelmäßigen Auftritten beweisen die Tänzerinnen und Tänzer, dass „Rollis“ und „Fußis“ gemeinsam Ausdrucksstärke und Harmonie auf das Parkett zaubern können. Durch die Kooperation mit einer Görlitzer Förderschule gibt es seit 2019 zudem ein Ganztagesangebot Rollstuhltanz, bei dem auch schwerstmehrfachbehinderte Kinder die Leidenschaft für das Tanzen, auch im Therapiestuhl, entdecken können.

Bei den Vereinen mit über 700 Mitgliedern entschied sich die Jury für den SC Riesa, dessen Schwimmabteilung vielfältige Angebote für Aktive jeden Alters und in verschiedensten Leistungsniveaus bereithält. Seit über einem Jahrzehnt gehören auch Schwimmangebote für Menschen mit Handicap dazu. In Zusammenarbeit mit der Lebenshilfe Riesa wurden schwimmbegeisterte Jugendliche und Erwachsene gesucht und gefunden. Mit Geduld und Kreativität gehen die Verantwortlichen auf die Bedürfnisse und Probleme der gehandicapten Aktiven ein und fördern sie auch individuell – auch, um einige von ihnen für die Teilnahme an Wettkämpfen vorzubereiten.

Der „Inklusionspreis Sport 2020 für sächsische Vereine“ ist mit jeweils 700,- Euro pro Preisträger dotiert und Bestandteil des SBV-Projektes „miss – Mehr Inklusion im Sport in Sachsen.“ Dieses wird von der Aktion Mensch gefördert.
Der Fachjury gehörten Vertreterinnen und Vertreter aus Sportorganisationen, Medien sowie Sportler an. SBV-Vizepräsidentin Simone Zimmermann, die den Verband in der Jury vertrat, zog ein positives Fazit des Bewerbungs- und Auswahlverfahrens: „Besonders erfreut waren wir sowohl über die regionale Verteilung als auch über die breite Sportartenpalette der eingegangenen Bewerbungen. Es hat sich gezeigt, dass inklusive Sportangebote auch jenseits der Großstädte und Ballungsräume entwickelt und erfolgreich betrieben werden können – und dies auch in Sportarten, die nicht unbedingt zu den mitgliedsstärksten gehören.“

Neben den drei Inklusionspreisen hat die Jury auch vier Vereine in einer Sonderkategorie ausgewählt: symbolische „Anschubfinanzierungen zur Inklusion im Sportverein“ zwischen 150,- und 300,- Euro erhalten Germania Kanusport Leipzig, SV Rhinos Leipzig, NHV Concordia Delitzsch sowie SV Ziphona Zittau. Hier gibt es erfolgversprechende geplante oder bereits gestartete Inklusionsprojekte, die gewürdigt wurden.

Der Sächsische Behinderten- und Rehabilitationssportverband gratuliert den Preisträgern und bedankt sich bei allen Vereinen, die zu mehr Inklusion im Sport in Sachsen beitragen.

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